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Das hörte sich durchaus logisch und richtig an.
  Einen Tag später telefonierte ich mit der Züchterin und teilte ihr meinen endgültigen Entschluss mit. Nun war ich fest als Anwärterin auf eine kleine Hündin notiert, jedoch leider erst an siebter Stelle.
  Es ist bemerkenswert, wie langsam die Zeit vergehen kann, wenn sehnsüchtig ein bestimmter Zeitpunkt in weiter Ferne erwartet wird. Die nächsten Wochen schlichen schneckengleich dahin und ließen sich durch verschiedenste Aktivitäten nur unwesentlich verkürzen.
Ich rief bei der Züchterin an und erkundigte mich nach der werdenden Mutti, kaufte und studierte noch mehr Bücher über Welpenaufzucht und Erziehung des Hundes, informierte mich in diversen Tierfachgeschäften über sämtliche Utensilien, einschließlich des breitgefächerten Futterangebotes für Hunde und telefonierte noch ein paar Mal, um mich zu vergewissern, dass es Mama „Buffy“ wirklich hervorragend ging. Zwischendurch wurde ich immer von einem bösen Tag-Albtraum heimgesucht: In Mama „Buffys“ Bauch strampelten nur vier süße, winzige Babys! Ich war doch erst Adoptivmutter Nr. 7 und würde damit kein Hundekindlein zugesprochen bekommen!    
  Eines abends passierte es.
Das Telefon klingelte! Ich hob den Telefonhörer an mein Ohr und vernahm die, in freudiger Erregung gesprochenen, Worte: „Buffy hat gerade geworfen! Es sind vier Welpen, alle gesund, munter und wohlauf! Zwei Rüden und zwei Hündinnen!“
Ich erstarrte vor Schreck. Mein Herz geriet ins Stolpern.
Dann hörte ich von weither wieder die Stimme der Züchterin: „Sie bekommen aber trotzdem einen Hund. Sie haben mir so gut gefallen.“
Es war, als ob alle Sterne des Himmels auf mich herniederrieseln würden.
Wie umarmt man einen Menschen durch eine Telefonleitung!? Na gut, das ging nicht. Also beschränkte ich mich auf allerherzlichste Dankesworte und verabredete schnell noch einen ersten Besuchstermin.
War das eine Freude!!
Ich legte kurz den Hörer des Telefons auf und nahm ihn sofort wieder ab, um die freudige Botschaft in alle Welt zu verkünden, zumindest in alle Winkel des Dorfes. Verwandte, Freunde und Bekannte mussten an meinem Glück teilhaben.
Mein Kühlschrank beherbergte ein kleines Fläschchen Sekt. In Anbetracht der etwas späten Stunde habe ich an diesem Abend mit mir alleine auf die Geburt von vier nagelneuen, kleinen, süßen Bobtailbabys angestoßen.

  Einige Tage später machte ich mich, zusammen mit meinem Freund Klaus, voller Spannung auf den Weg zur Züchterin.
In einer großen Wurfkiste (Kinderstube) lagen sie, die vier kleinen Knäuelchen mit ihrer stolzen Mutti.
Stundenlang hätte ich dort sitzen und die süßen Babys anschauen können. Ich verliebte mich in ein kleines Mädchen mit viel schwarzem Fell auf dem Rücken und zwei pechschwarzen Ohren.
Fürs Erste hatten wir der frischgebackenen Hundefamilie genügend Unruhe bereitet.
Wir verabschiedeten uns, nachdem wir den nächsten Besuchstag vereinbart hatten.
  In den folgenden acht Wochen wurde alles auf das Gründlichste für unser Hundekind vorbereitet. Ein Name musste gefunden werden. Nach langen Überlegungen gelangten Klaus und ich zu der übereinstimmenden Meinung, dass nur „Baffi“ der wahre Name unseres Hundes sein konnte. Andere wichtige Vorbereitungen wurden nach und nach getroffen: Die Beantragung einiger Urlaubswochen, der Einkauf von Futternäpfen, Leine, Halsband, Spielzeug, Bürste, Kamm und Kuscheldecke. Die Informationen über die Entwicklung des Welpen, Aufzucht und Erziehung, über die Pflege, speziell des Bobtails, das Wesen und die Psychologie der Hunde, über Verhaltensforschung und Krankheiten bedurften einer erneuten kleinen Auffrischung.
Schließlich und endlich  waren wir bestens gerüstet für den Empfang unseres neuen Familienmitglieds.
  Acht Wochen und ein Tag, oder ein Tag und acht Wochen!
Es ließ sich beliebig drehen und wenden, die Zeit wurde keine Minute kürzer und verlief keine Sekunde schneller. Sie stapfte gemächlich dahin und wir ungeduldig neben ihr her, um endlich doch das Ziel zu erreichen.
 

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